Die I. Synode der Diözese Katowice befasste sich u.a. mit dem Problem „Kinderreiche Familien”. Die Ergebnisse der Diskussion wurden in das synodale Dokument „Ehe-und Familienseelsorge” eingegliedert. Als kinderreich wurden Familien mit 4 und mehr Kindern bezeichnet. Derart Familien gibt es in der Diözese über 19 Tausend, was durchschnittlich auf je 1.000 Gläubige etwa 11 Familien beträgt. Nach einer Umfrage in den einzelnen Pfarrgemeinden wurde festgestellt, dass etwa 15% dieser Familien in schwierigen Verhältnissen lebt, wobei 56% der Väter und 22% der Mütter einen moralen Tiefstand aufweist, dagegen 44% der Väter und 78% der Mütter trotz der gleichen Lebenslage (ungeachtet ihrer Kinderzahl: 4—8—11 Kinder) ein moral einwandfreies Leben führt. Obwohl der Prozentsatz der hilfsbedürftigen Familien mit der zunehmenden Zahl der Kinder wächst, bleibt der Prozentsatz der moral-hochstehenden Eltern unverändert. Dies besagt, dass die morale Haltung nicht von der Zahl der Kinder abhängt. Die hier und da verbreitete Meinung, dass die wachsende Zahl der Kinder auf den Mangel an Verantwortung zurückzuführen ist, erweist sich also als ein Irrtum.
Nach dem Synodalbeschluss sollten die Gläubigen dafür Sorge tragen, die kinderreichen Familien in der öffentlichen Meinung aufzuwerten und ihnen in den schwierigen Lebenslagen hilfreich beizustehen. Im Brautunterricht sowie in den kirchlichen Eheberatungsstellen ist darauf hinzuweisen, dass man die kinderreiche Familien als „Schule eines bereicherten Menschseins” bezeichnen kann.