„Zwiastun Górnośląski” (Der Oberschlesischer Bote) erschien 1868–1872 in Piekary. Das Blatt wurde von dem dortigen Pfarrer Bernard Purkop gegründet mit der Absicht dem Volk Lesematerial in polnischer Sprache zu bieten, es im Glauben zu unterrichten und ihm die aktuellen Anliegen der Kirche näher zu bringen. Im „Zwiastun” wurden Hirtenbriefe des Bischof von Breslau und des deutschen Episkopats, Festpredigten, Erläuterungen zum Kirchenjahr, Artikel über die Gebote Gottes, wie auch lokale und politische Nachrichten gedruckt. Bei angehendem Kulturkampf rückten in Vordergrund die streitigen Probleme zwischen Kirche und Staat. Das Blatt berichtete über die Projekte kirchenfeindlicher Gesetze, trat für die mit Kassation bedrohte Orden ein, plädierte für konfessionelles Schulwesen und gegen obligatorische Zivilehen. Es vertrat folgende Ansichten über die Kirche: Hier auf Erden haben wir mit einer streitenden Kirche zu tun, die um ihre Existenz kämpfen muss. Alle Glaubenden sind verpflichtet Einheit mit dem Papst und den Bischöfen zu wahren und Verantwortung für die Kirche zu tragen. Staat und Kirche sollen nicht rivalisieren, sondern einander mit Hochachtung entgegen kommen. Die Kirche fordert keine Privilegien, erwartet aber, dass man ihr die nötige Freiheit gewährt, damit sie ihrer Sendung nachgehen kann. Deswegen benötigt sie auch materielle Güter u.a. das Bestehen des Kirchenstaates. „Zwiastun” war das erste Blatt in Oberschlesien, das diese Problematik dem Volk vermittelte.
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Tom 15 (1982)
Opublikowane: 10.03.2021

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