Published: 1968-12-31

Das Verhältnis der Zentrumfraction zur polnischen Bevölkerung in Deutschland während des Kulturkampfes

Gustaw Klapuch

Abstract

Die Gesetzgebung des Kulturkampfes richtete sich gegen die Interessen der katholischen Kirche, zielte aber gleichzeitig auf die Verdeutschung der polnischen Bevölkerung in Preussen. Ungewollt führte daher der Kulturkampf zu einer Annäherung der polnischen Bevölkerung in Deutschland und der Fraction des Zentrums, deren Hauptziel die Verteidigung der Rechte der katholischen Kirche war.
Die Fraction widersetzte sich der Polenpolitik der Regierung, weil sie eine solche Politik für ungerecht und unvereinbar mit den Grundsätzen der Fraction hielt und auch in politischer Hinsicht für ganz verfehlt betrachtete. Sie unterstützte deshalb während des Kulturkampfes in den Parlamenten und auch durch die ihr freundlich gesinnte Presse die Forderungen der polnischen Bevölkerung, soweit sich diese auf die Wahrung der ihr zugesicherten Rechte im Rahmen des preussischen Staates bezogen. Den Forderungen aber, die auf eine Abtrennung polnischer Landesteile von Preussen und Deutschland und Wiederaufrichtung eines polnischen Staates zielen, gab sie keine Unterstützung. Deshalb kam es schon während des Kulturkampfes zwischen polnischen und deutschen Katholiken zur Auseinandersetzungen, die nach Aufhebung der Kulturkampfgesetzgebung stark zunahmen. Diese Stellung des Zentrums kam in dieser Zeit klar zum Ausdruck in ihrem Verhältnis zur polnischen Fraction in den Parlamenten Deutschlands und Preussens.

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Klapuch, G. (1968). Das Verhältnis der Zentrumfraction zur polnischen Bevölkerung in Deutschland während des Kulturkampfes. Silesian Historical and Theological Studies, 1, 7–49. Retrieved from https://journals.us.edu.pl/index.php/ssht/article/view/24283

Vol. 1 (1968)
Published: 1968-12-31


ISSN: 0137-3447
eISSN: 2956-6185

Publisher
Instytut Gość Media/Księgarnia św. Jacka

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