Zur Zeit der zahlreichen Reisen des Papstes Johannes Paul II, die meistenteils den Charakter einer Pilgerfahrt tragen, müsste man sich die Genese und Tradition der Pilgerfahrten nach Rom im Altertum überlegen. In den ersten Jahrhunderten, in der Zeit von Konstantin, hatten die Reisen nach Rom nur ausnahmsweise den Charakter einer Pilgerfahrt. Die Christen reisten nach Rom, um die Römische Kirche zu bewundern und ihre Anerkennung zu erlangen. Sogar in den Reisen der Häretiker, über die sich die polemische Quellen meistenteils äussern, kann man die Anerkennung der Bedeutung der Römischen Kirche wahrnehmen. Seit dem IV Jahrhundert entwickelte sich mit dem Märtyrerkult die richtige Pilgerfahrtbewegung. Diese Bewegung war verbunden mit den grossen Märtyrerkultsehenswürdigkeiten, die seit dieser Zeit mit dem Reliquienkult entstehen. Seit dem V Jahrhundert umfasst die Pilgerfahrtbewegung nach Rom vor allem den westlichen lateinischen Teil, obwohl sie bis zum Ende des Altertums die ökumenischen Aufgaben erfüllte, wovon der sich verbreitende St. Petruskult zeugt. Eine besondere Bedeutung gewinnt dieser Kult bei den germanischen Völkern, insbesondere bei den Franken und Angelsachsen. Der St. Petruskult, eng verbunden mit den Pilgerfahrten nach Rom, erfüllte eine sehr wichtige Rolle in der geistigen Einigung der Völker von Westeuropa.
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Tom 16 (1983)
Opublikowane: 31.12.1983

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