Besondere Gestalt des trinitaren Exemplarismus hat Rosa durch die Beschreibung der bedeutenden Anteilnahme des hl. Joseph im Leben der Heiligen Familie, d.h. der „Erschaffenen Dreieinigkeit” gezeigt, dank der das Wesen Gottes in der Heiligen Dreifaltigkeit geoffenbart werden konnte. Auf diesem Grund machte der Abt den hl. Joseph einerseits zu „quasi Mittler” vor Gott, zu Patron und Verteidigter der ihm nachfolgenden in der Verwirklichung des Ebenbildes Gottes Christen. Anderseits jedoch dieser trinitare Exemplarismus, d.h. die Verwirklichung des Lebens nach dem Ebenbild der hl. Dreifaltigkeit bildete für ihn die Grundlage für die originelle Theologie der Bruderschaft und zugleich ihrer Spiritualität, die sich auf der Nachfolge des hl. Joseph in der Liebe konzentriert, die die Verwirklichung der Vermählung der Seele mit der „Erschaffenen Dreieinigkeit” ist. Die Entwicklung des Bildes und Ähnlichkeit in der vermählten Seele, war in der Lehre Rosa's gleichbedeutend mit dem Eilen auf den Stufen der Liebe, die der hl. Joseph in seinem Leben gegangen ist. Jede nächste Stufe dieser entnommenen durch Abt Rosa von Bernard von Clairvaux mystischen Doktrin über die Wiedererziehung der Seele, entdeckte neue Wirklichkeit in der Vermählung der Seele mit dem in der „Erschaffenen Dreieinigkeit” anwesendem Christus. Diese Wirklichkeit, d.h. die innerliche Ähnlichkeit des Menschen zu Gott, hatte einen sozialen Charakter und war zugleich durch immer grösseren Einklang zwischen dem Willen des Christen und dem Willen Gottes ausgedrückt. Seinen Gipfel erreichte diese Ähnlichkeit in der Vereinigung mit Gott, die eine Art der Vergöttlichung des Menschen durch gegenseitige Liebe ist. Die Seele hat sich dann in Gott verloren. Jede von den drei Stufen der ermöglichenden solche Vereinigung liebe, nannte Rosa „Ehering”. Zu Nutzen der Bruderschaft schilderte er die charakteristischen Eigenschaften der Liebe in dem er sie unter den Begriffen von „Gedankenring”, „Treuerring” und „Liebesring” darstellte.
Diese originelle Auffassung, die Auswertung der aus innerer Erfahrung stammenden Angaben, wie auch die Methode des Vortrags und die ganze Doktrin bilden wichtigen Beitrag für die Josephologie des XVII. Jahrhunderts und lassen Rosa zu den hervorragenden Josephologen des XVII. Jahrhunderts anrechnen.
Bei der Besprechung des josephologischen Gedankens der Fortsetzer Rosa's stellen wir fest, daß es hier an Originalität fehlt. Dieser Gedanke war wenig wichtig und in keinem Fall konnte er gleich gestellt werden mit seiner Lehre von dem trinitaren Exemplarismus. Dies enthüllt die Tatsache, daß die Nachfolger des Abtes ihn praktisch nicht verstanden beziehungsweise unterschätzt haben, da sie in den nach dem Jahr 1669 herausgegebenen Gebetsbüchern der Bruderschaft seine Lehre nur in einer Reform zugänglich machten.
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This work is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 International License.
Vol. 1986 (1987)
Published: 1987-12-31

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