Bernard Rosa (1624—1696) der hervorragende, langjahrige Abt der Zisterzienser von Krzeszów, brachte in Anregung und verbreitete die Verehrung St. Joseph's in der Frömmigkeit, im Leben der St. Josephvereine (der erste wurde 1669 in Krzeszów gegründet und zählte am Anfang des XVIII. Jahrhunderts ungefähr 100 Tausend Mitglieder), in der asketischen Literatur sowie in der Kunst Schlesiens. An dies gliedere er der Strömung der Konntrrevolution an. In dem schriftstellerischen Schaffen des Abtes enthielten auf 21 Titel, nicht weniger als 8 Werke die josephologische Reflexion. Den Hauptkern id dieser Gruppe bildeten die Gebetbücher der Vereine von asketisch-mystischem Abhandlungscharakter. Besondere Aufmerksamkeit sollte den so im Inhalt wie auch in der Form sich entwickelnden Gebetbüchern der Vereine: Ehren Kränzlein [Wroclaw 1669, Klodzko 1689²], Grüssauisches Josephbuch [Klodzko 1694³] sowie Geistlicher Verband (1688) geschenkt werden.
Rosa's Vortragsmethode wird vom praktisch-pastoralen Charakter der Doktrin bestimmt. Der Abt mied die abstrakten theologischen Analysen, er vertrat den klaren Gedanken, einen abgewogenen baeockn Ausdruck sowie die symbolische und zugleich suggestive Poesie. Die Quelle für seine Lehre bildeten: die skripturistischen Angaben des Kindheitsevangeliums sowie des Alten Testaments, die Gedanken der griechischen Schriftsteller und der Kirchenväter, im geringen Masse das Schaffen der altertümlichen heidnischen Denker. Dem mittelalterlichen Gedanken entnahm er die liturgische Tradition, die Lehre der Theologen, der kirchlichen Schriftsteller, der grössten Mystikerinnen dieser Zeit. Zeit sowie die sagenhaften Zeugnisse. Insbesondere wird bei ihm der Einfluss von Bernard von Clairvaux, Jean Gerson und Isidor de Isolaniś bemerkbar. Von seinen Zeitgenossen waren ihm hauptsächlich zwei Jesuiten - Pedro Morales († 1614) und Paul de Barry († 1661) nahe. Über die Eigenart seiner Methode und in Folge dessen auch der Doktrin, entschied der Ersetzung der allegorischen und sagenhaften Angaben, der ihm gut bekannten mittelalterlichen ahistorischen Josephologie, durch Angaben von einer Wesensart religiöser Erfahrung, entnommen den grössten Mystikerinnen dieser Zeit sowie der mystischen Doktrin Bernard's von Clairvaux († 1153).
Eine Neuartigkeit der Josephologie Rosa's war die originelle Wiederaufnahme der „Erschaffenen Dreieinigkeit“ – Theologie. Im ersten Zeitabschnitt seines Schaffens, der die Jahre 1669–1689 umfasst, ist sie nichtanwend. Im zweiten Zeitabschnitt dagegen, in den Jahren 1689–1694 bildete die Idee der „Erschaffenen Dreieinigkeit“ den Mittelpunkt der Josephologie des Abtes. Wie schon aufgewiesen wurde, findet die Bildung des Begriffes „Erschaffene Dreieinigkeit“ ihren Anfang in der Epoche der Kirchenväter. Abt Rosa, der in den „unschuldigen Liede“, die Grundlage zwei grösster Titel St. Joseph's: „Vater Jesu“ und „Bräutigam der Allerheiligsten Jungfrau Maria“ sah, entnahm diesen Begriff den Schriften des hl. Augustinus († 430) und vor allem Jean Gersons († 1429) und des Jesuiten Pedro Morales, und entwickelte ihn weiter. Er verstand darunter die Gemeinschaft der Personen – Jesus, Maria und Joseph, die vereint das vollkommene Bild Gottes in der heiligen Dreifaltigkeit bilden und seit der Zeit der Kirchenväter als gleichbedeutend mit der „entstehenden Kirche“ angesehen werden. Der Begriff der „Erschaffenen Dreieinigkeit“ erlaubte Rosa seine Josephologie ins Ganze der erlösenden Doktrin einzusetzen und in Form des trinitaren Exemplarismus ihr den kirchlichen Charakter zu verleihen.
Download files
Citation rules
Licence

This work is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 International License.
Vol. 18 (1985)
Published: 1985-12-31

This work is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 International License.