In der dargestellten Bearbeitung wurde ein Versuch vorgenommen die synchronischen Untersuchungen — die Analysen der Oberflächen- und Tiefenstrukturen mit den diachronischen Untersuchungen — der Analyse des Wortschatzes, die schon früher durchgeführt wurde (J. Tum, Pierwotna tradycja i redakcja przypowieści o synu marnotrawnym (Łk. 15,11—32), Warszawa 1980; Magisterarbeit in Maschinenschrift, ATK) zu verbinden, zwecks Ermittlung der Reichweite des Einflusses der Abfassung im Gleichnis vom verlorenen Sohn. In den Schlussfragmenten beider Teile des Gleichnisses wurden drei Schemas der Oberflächenstruktur entdeckt. Zwei von ihnen: der Parallelismus mit dem längeren Glied und der Chiasmus wurden im Zusammenhang mit auftretendem Wortschatz von Lukas, bzw. von der Septuaginta, dem
Autor des dritten Evangeliums zugeschrieben. Auf diese Weise entstand, nach Abtrennung der Feststellung, dass der verlorene Sohn zum Vater gegangen ist, der Beschreibung wie der Vater dem Sohn um den Hals gefallen ist und ihn geküsst hat (V.21), der Wiederholung der Beichte (V.21), des Auftrages den Ring an den Finger zu stecken (V.22) sowie des Abschlusses des ersten Teiles des Gleichnisses (V.24), die hypothetische ursprüngliche Form des die Rückkehr des jüngeren Sohnes beschreibenden Fragments. Es ist möglich, dass die als Zugaben anerkannten Stellen, von Lukas nur umgearbeitet wurden. Kann sein, dass in Zukunft die Klärung dieses Problems leichter möglich sein wird.
Lukas behandelte die Überlieferung von der Rückkehr des verlorenen Sohnes mit ziemlich grosser Unbefangenheit. Er versetzte sogar den ursprünglichen Akzent von der Freude des tiefgerührten Vaters, auf das Bekenntnis der Schuld—der Sünden. Deshalb schenken einige Exegeten mehr Aufmerksamkeit dem Bekenntnis der Schuld, die anderen lassen die Gestalt des barmherzigen Vaters hervortreten. Wenn man das Gleichnis analysieren will, muss man beide Motive berücksichtigen, ohne gegenseitiger Ausschliessung noch Gegenüberstellung.
Die Ingerenz des Evangelisten griff jedoch nicht tief ein und verletzte auch nicht die von R. Waelkens vorgezeigten Tiefenstrukturen, die als ursprüngliche anerkannt werden müssen, ähnlich wie das Schema der parallelen Aussagen des älteren Sohnes und des Vaters, in den Versen 29—32.
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This work is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 International License.
Vol. 18 (1985)
Published: 1985-12-31

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