„Wortfolge. Szyk Słów” ist eine wissenschaftliche Zeitschrift, die sich gemäß ihrem Titel an der Grenze zwischen zwei Disziplinen: der Literatur- und Sprachwissenschaft, situiert und somit hauptsächlich an wissenschaftlichen Beiträgen interessiert ist, die eine im breitesten Sinne des Wortes grenzen-bedingte und grenzübergreifende Perspektive aufweisen. Gemeint sind sowohl literarische, ästhetische, sprachliche, didaktische, methodische Grenzphänomene, Grenzgänge und (un)mögliche Grenzziehungen, als auch gedankliche, metaphorische und (wort)wörtliche Zeit-Raum-Zirkulationen, die sich etwa im transnationalen und interdisziplinären Transfer von Kulturen, Gedanken, Diskursen und Sprache äußern können. Das Untersuchungsmaterial sollen dabei deutschsprachige und/oder polnischsprachige Literatur, Kultur und Sprache bilden. In einer weiterreichenden Perspektive will die Zeitschrift als eine offene Plattform des Gedankenaustausches zwischen WissenschaftlerInnen aus dem In- und Ausland verstanden werden und so zu einem grenzenüberschreitenden, inter- und intrakulturellen Kommunikationsprozess einladen.

Die Zeitschrift wird derzeit in den neugegründeten Instituten für Literaturwissenschaft und Linguistik an der Schlesischen Universität in Katowice (Polen) herausgebracht. Verlegt wird sie vom Verlag der Schlesischen Universität ausschließlich in der elektronischen Version (Lizenz: Creative Commons).

Für die Bearbeitung Ihrer Beiträge und die Veröffentlichung als Open Access werden keine Gebühren erhoben.

 

ISSN: 2544-4093 (Print) ISSN: 2544-4093 (Online)


 
 

Einladung zur Manuskripteinreichung: Heft 6 (2022)

2021-04-12

Call for Papers

Wissenschaftliche Open-Access-Zeitschrift „Wortfolge. Szyk Słów“

Heft 6/2022 – Manuskripteinreichung: 30. November 2021

Thematischer Schwerpunkt:

Ein/Be/Abgrenzungen: literatur- und sprachwissenschaftliche Perspektiven

Wittgensteins bekanntes Diktum, die Grenzen meiner Sprache seien die Grenzen meiner Welt, scheint gerade heute besondere Brisanz zu gewinnen: Unsere durch die COVID-Pandemie grundlegend veränderte Welt kann ja bereits durch einen bloßen Sprechakt gefährdet werden und aus den Fugen geraten. Der obligatorische Mundschutz, der heutzutage kaum wegzudenken ist, erwächst daher beinahe zu einer paradoxen Sprach- und Sein-Chiffre: Er schützt, indem er einen unbegrenzten Redefluss unmöglich macht. Die physische wie psychische Dimension der Eingrenzung, das soziale, wie überhaupt das zwischenmenschliche Auf-Distanz-Gehen, gehören bereits beinahe zu dem pandemischen Alltag und sind ein festes Element einer eigenwilligen Pandemie-Sprache – und das gerade in einer Welt, die sich ja bereits global und grenzenlos gebärdete.

Wie wird diese Verschiebung vom Globalen/Universellen zum Lokalen/Regionalen/Tagesaktuellen in der Literatur und Sprache registriert? Wird die Eingrenzung auf die sprichwörtlichen eigenen vier Wände zum Gegenstand der ästhetischen Reflexion, gerade in der Gegenwartsliteratur? Und wie wird sie kontextualisiert und verbalisiert? Ein nur flüchtiger Blick in die Geschichte des literarischen Motivs der Eingrenzung offenbart bereits hier ein dichotomisches Denken: War ja für Virginia Woolf das Zimmer nur für sich allein gerade die basale Voraussetzung des (weiblichen) Aufbruchs und der Konstituierung einer (weiblichen) Autorschaft, so zeigt Marlen Haushofers Die Wand die Einengung als Verlust der Freiheit, einen verstörenden Einbruch des Unheimlichen ins Alltägliche. Haben denn Polarisierungen, Dichotomien und Dualismen überhaupt noch Bestand und sind sie als zuverlässige Werkzeuge einer sprachlichen Erfassung der Welt weiterhin dienlich? Oder kann die Eingrenzung gerade einen transitorischen Raum jenseits der konventionellen sprachlichen und literarischen Grenzen evozieren, der unaufhörlich zwischen der Außen- und Innenwelt, dem Eigenen und Fremden zirkuliert?

Nicht weniger interessant sind auch die folgenden Fragen: Welche Konsequenzen haben Einengungen für die Poetik von Texten, nicht nur der Gegenwart und für die (Evolution der) Sprache selbst? Welche neuen Räume eröffnen sich paradoxerweise für die Sprache, wenn sie kodifiziert wird? Wird die physikalische bzw. äußere Grenze möglicherweise internalisiert, wie dies etwa bei Bachmanns Grenzwesen Undine geschieht, die eine „nasse Grenze zwischen mir und mir“ entdeckt? Ist die metaphorische wie wortwörtliche Grenzziehung erst die Prämisse der Selbstfindung? Was können denn Begrenzungen in der Literatur und Sprache bewirken und welche Folgen haben sie? Und schließlich lohnt es auch, die Gegenperspektive einzunehmen: Sind die Grenzen meiner Welt auch die Grenzen meiner Sprache? Welche Antworten lieferten und liefern die Literatur und Sprache auf die bedrückende Erfahrung der Be/Eingrenzung? Kann die typische Pose eines aus dem Fenster sehnsuchtsvoll schauenden Romantikers gerade in der COVID-Ära zu einer äußerst aktuellen Metapher der Gegenwart werden?

Diese Fragen wollen wir an deutschsprachige, literarische Texte herantragen, die Be/Ein/Abgrenzungen problematisieren; sprachwissenschaftlich fundierte Beiträge sollen diese Thematik am Material der deutschen Sprache, ihrer gegenwärtigen, historischen und regionalen Varietäten exemplifizieren. In einer weiterreichenden Perspektive sind auch Untersuchungen von Interesse, die das Problem der Be/Ein/Abgrenzungen reflektieren, mit denen die Literaturwissenschaft und Linguistik gegenwärtig immer häufiger konfrontiert werden: methodologische Allianzen mit verwandten Disziplinen erfordern geradezu eine Rückbesinnung auf die Grenzen der eigenen Disziplin und der Interdisziplinarität selbst.

Bitte reichen Sie Ihre Beiträge, die einen Umfang von 30.000 Zeichen inkl. Leerzeichen nicht übersteigen sollten, via OJS ein:

https://journals.us.edu.pl/index.php/wss/about/submissions

Alle sonstigen Informationen, wie etwa zur Prozedur der Begutachtung und Publikationsethik finden Sie auf der Homepage des Journals: https://journals.us.edu.pl/index.php/wss

Wir freuen uns auf Ihre Texte!


 Im Namen des Redaktionsteams

Univ.-Prof. Dr. habil. Nina Nowara-Matusik

hauptverantwortliche Redakteurin

Wir verlängern den Call for Papers bis zum 31. Januar 2021

2020-10-01

Redakcja czasopisma "Wortfolge. Szyk Słów" uprzejmie informuje, że termin nadsyłania artykułów do piątego zeszytu został przedłużony do 31 stycznia 2021. Zeszyt nr 5 ukaże się prawdopodobnie w ostatnim kwartale 2021r. Zapraszamy do współpracy!



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